Es muss in der Nacht passiert sein. Unsere Nachbarn haben die gewaltige Unruhe mitbekommen. Wir nicht. Unsere Fenster waren geschloßen, daher war ich ahnungslos als meine Nachbarin am Morgen danach am Telefon gefragt hat ob es meinen Hühnern gut gehen würde.

Erst als ich nachschaute, musste ich zu meinem Entsetzen sehen was der Marder – wir nehmen stark an, dass es ein Marder war – angerichtet hatte. Doch es hätte auch schlimmer kommen können, hört man doch oft vom berüchtigten Blutrausch der Marder. Und dennoch, nach sechs Jahren war es dann leider auch bei uns soweit, wir haben das erste mal einen Verlust hinnehmen müssen, zwei unsere Hühner waren totgebissen.

Sie taten mir so leid, die Henderln. Sie müssen Todesangst ausgestanden haben. Die Überlebenden waren noch tagelang verstört.

Da wir gerade beim Umbau und der Renovierung des Hühnerstalls waren, er war in die Jahre gekommen, haben wir auf die Sicherheit noch mehr Augenmerk gelegt. Das Fundament, die Wände und vor allem das Dach, alles wurde überprüft ob ja keine Lücken vorhanden sind. Denn die Marder schlüpfen auch durch kleine Löcher in Ställe.

Und vor ein paar Tagen haben wir dann zwei Jungvögel zu unserer Schar dazu geholt. Jeder Anfang ist immer schwer für die Neuen. Bis die Hackordnung festgelegt ist braucht es seine Zeit. Die Jungen sind dabei fast immer unterlegen, dürfen nicht fressen wenn die anderen Hühner fressen wollen und werden davon gejagt, bis sie ihren Platz kennen.
Selbst im Hühnerstall kommt die älteste der Hühnerschar, unsere kleine schwarze Henne „Dumbatz“ nachschauen, was der Neuzugang denn so macht.

Jetzt sind es wieder sechs Hühner. Eine Graue, eine kleine Schwarze und vier weiße Hühner graben, scharren und picken in unserem Garten.
Bis zum nächsten Mal!

