Zwei Vögel in Not – und ihre Rettung

Unser Garten ist ein kleines Paradies, nicht nur für uns, sondern auch für die vielen Tiere, die hier leben. Vor allem Vögel fühlen sich in unserem kleinen Stück Natur besonders wohl. Doch manchmal führt das auch zu unerwarteten Begegnungen – wie an diesem Tag, an dem wir gleich zwei Vögel retten mussten.

Der erste Notfall ereignete sich, als unsere Herbst-Salatpflänzchen noch recht klein waren. Es war an der Zeit, unser Gemüse vor den hungrigen Schnäbeln der Vögel zu schützen – allen voran den Spatzen, die sich gern an unserem zarten Zuckerhutsalat satt fressen wollten. Ein Netz sollte uns helfen, damit wenigstens einen Teil der Ernte für uns bleibt.

Foto Wikipedia – denn so nah kommen wir den Spatzen selber nie 🪶

Eines Morgens bemerkten wir jedoch, dass sich ein kleiner Spatz im Netz verfangen hatte. Sein panisches Flattern und die Versuche, sich zu befreien, verwurschtelten den kleinen Kerl oder die kleine Dame nur noch mehr. Weil wir die Vögel sehr schätzen, ist unsere oberste Priorität natürlich, ihn oder sie aus dieser misslichen Lage zu befreien.

Vorsichtig und geduldig schnitten mein Mann und ich das Netz Stück für Stück auf, um den kleinen Spatz zu retten. Dabei war uns klar, wie wichtig es war, ruhig zu bleiben, um den Vogel nicht weiter in Panik zu versetzen. Trotzdem versuchte der Vogel immer noch mit seinem kleinen Schnabel auf die Handschuhe hinzupecken. Nach einigen Minuten hatten wir es geschafft: Der Spatz war frei. Mit einem kräftigen Flügelschlag schoss er in die Luft, ab in den nächsten Busch. Und wir konnten aufatmen. Unsere Spatzenbande, die sich oft am Hühnerfutter bedient, war um ein Mitglied reicher – und unser Zuckerhutsalat vorerst gerettet.

Doch kaum hatten wir uns von diesem kleinen Abenteuer erholt, stand der nächste gefiederte Notfall an. Diesmal handelte es sich um eine unserer weißen Hennen, die sich auf die Flucht begeben hatte. Drei Tage war sie schon verschwunden. Anfangs fällt es ja noch nicht so auf, denn einmal sitzt eine im Nest, eine andere streunt unter den vielen Büschen herum. Zu dieser Zeit hatten wir uns aber schon Sorgen gemacht, ob sie vielleicht verloren gegangen war. Doch dann fanden wir sie – in einem schmalen Streifen zwischen unserer Steinschlichtung und dem Zaun der Nachbarn.

Dort schien es ihr gut zu gehen: Sie hatte ausreichend Futter gefunden und war vor den Elementen durch überhängende Büsche geschützt. Aber sie war gefangen. Der Weg zurück in den sicheren Hühnerstall war für sie allein unüberwindbar. Also standen mein Mann und ich vor der Frage: Wie holen wir sie da wieder raus?

Am Ende dieses Tages war uns wieder einmal bewusst, dass es viel Freude und Verantwortung bringt, Hühner zu halten. Sie brauchen unsere Aufmerksamkeit, unsere Fürsorge – und manchmal auch ein wenig Geduld und Improvisation. Aber am Ende ist es jede Mühe wert, wenn man sieht, wie sie wieder glücklich und frei durch den Garten herum wandern oder im Hühnerstall scharren.

Nach einigen Überlegungen griffen wir schließlich zu einem Käscher. Unser Plan war, sie behutsam einzufangen und zurückzubringen. Doch wie das so ist mit Hühnern: Sie haben ihren eigenen Kopf. Als die schlaue Henne den Käscher sah, flatterte sie aufgeregt auf die Steinschlichtung und verfing sich prompt im mobilen Hühnerzaun.

Zum Glück war das die Gelegenheit, auf die wir gewartet hatten. Vorsichtig und ruhig konnte ich sie schließlich mit den Händen fassen und sicher zurück in ihr Gehege bringen. Dort angekommen, ließ sie sich erst einmal nicht lange bitten: Sie stürzte sich auf das Futter und fraß, als hätte sie drei Tage nichts bekommen. War ja auch so.

Zwei Vögel, zwei Rettungen – und viele Erinnerungen.

Bis zum nächsten Mal!

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