Heute beim Pflaumenernten hat sich ein kleiner Überraschungsgast in meine Schüssel verirrt – zunächst dachte ich, es wäre einfach ein Stück Ast, das zwischen den Früchten gelandet ist. Aber als ich das vermeintliche Holz entfernen wollte, war es plötzlich weich. Und samtig.

Hoppala! Was ist das denn?
Ich sah genauer hin – und schnell war klar: Das ist keine Pflanze, das ist ein Tier. Genauer gesagt: eine Raupe, perfekt getarnt als Zweig.
Natürlich war meine Neugier sofort geweckt. Ich machte ein paar Fotos und begann zu recherchieren. Schon nach kurzer Zeit stand fest: Es handelt sich um eine Spanner-Raupe – eine faszinierende Gruppe von Raupen, die sich durch ihre Zweig-ähnliche Tarnung auszeichnen.


Ein bisschen sah sie bei näherer Betrachtung auch aus wie ein winziges Alien auf Erkundungstour. Mit ihrem ungewöhnlich langen Körper, den Mini-Füßchen und der Fähigkeit sich mit den Füßchen anzuklammern, hatte ich das Gefühl, sie sei gerade frisch aus einem Sci-Fi-Film geplumpst – direkt in meine Pflaumenschüssel. Bisserl gruselig zu Beginn, dann aber doch mehr als faszinierend.

Und was für eine Raupe ist es nun?
🌳 Der Birkenspanner – ein Meister der Tarnung
Die wahrscheinlichste Art: der Birkenspanner (Biston betularia). Auch wenn der Name vor allem auf Birken hinweist, frisst seine Raupe auch gerne an anderen Laubbäumen – darunter auch Rosengewächse wie Pflaumenbäume. Das erklärt, warum sie sich wohl in meinem Baum so wohlgefühlt hat.
Zur Tarnung streckt sich die Raupe regungslos – so wirkt sie wie ein trockener Ast. Als ich sie näher fotografieren wollte und sie vorsichtig mit dem Messer zur Seite schieben wollte, wurde endgültig klar: das ist ein Lebewesen. Sie klammerte sich mit winzigen Füßchen ans Messer – ob das nun die Vorder- oder Hinterbeine waren, weiß ich nicht genau. Jedenfalls: ein beeindruckender Überlebensinstinkt.
🦋 Was aus ihr wird
Diese Raupe wird sich bald verpuppen – und daraus wird ein gut getarnter Nachtfalter schlüpfen. Die Falter sind zwar unscheinbar grau gefärbt, aber durch ihre Tarnung auf Baumrinde kaum sichtbar.

Ich habe sie natürlich wieder zurück zum Pflaumenbaum gebracht. Und ganz ehrlich: Solange nicht hunderte von Raupen den Baum kahl fressen, freue ich mich über jedes neue Insekt, das mein Garten beherbergt.
Bis zum nächsten Mal!


Ich lasse dir liebe Grüße und Segen da. M.M.
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