Hühner im Winter

Warum unsere Hennen keine Heizung brauchen – und wie wir trotzdem Eier bekommen

Es ist ein komisches Gefühl, wenn der erste Schnee fällt und man sich fragt: „Frieren meine Hühner eigentlich?“ Die Antwort lautet: Nein. Zumindest nicht, wenn man es richtig anstellt. Unsere vier Hennen – drei weiße, die – wenn sie sich aufplustern – wie mittelgroße Federbälle aussehen, und Dummbatz, die schwarze kleine Henne, die schon sieben Jahre auf dem Buckel hat – kommen bestens ohne Heizung aus. Und das hat einen einfachen Grund: Hühner sind robuster, als man denkt.

Wie wir den Stall winterfest machen

  • Sand als Einstreu ist eine wirklich feine Option. Einmal mit der Katzenschaufel durch, und schon ist alles sauber. Kein nasses Stroh, kein Schimmel, keine üblen Gerüche. Und die Hennen haben auch gleich bei Bedarf ein trockenes Sandbad in einem Eck des Stalls. Sandbäder sind für Hühner notwendig zur Pflege ihres Gefieders, trockener Sand aber auch trockene Erde ist hierfür ideal.
  • Trockenheit ist das A und O. Die Hennen brauchen kein Luxushotel, aber sie brauchen ein Plätzchen, das wind- und regengeschützt ist. Unser Glashaus, das im Sommer für Paprika genutzt wird, dient im Winter als geschützter Rückzugsort. Dort graben sie gerne und wenn es wirklich kalt ist, halten sie sich oft den ganzen Tag hier drin auf. Das Glashaus schließt an den Hühnerstall an und im Winter können wir ein verbindendes Fenster öffnen. So haben unsere Hühner jederzeit Zugang zum trockenen Gewächshaus.
  • Eier? Ja, aber nicht jeden Tag. Und das ist auch gut so. Im Winter legen Hennen einfach weniger – das ist natürlich und für die Hühner gesünder.
  • Frisches Wasser: Hühner brauchen zu jeder Zeit frisches, sauberes Wasser. Wie wir das im tiefsten Winter schaffen? Mit Grablichtern die wir zwischen aufgestellte Ziegel oder ähnliche Steine stellen. Drauf kommt ein Topf mit Wasser. Die Konstruktion ist sicher, solange nichts Brennbares in der Nähe ist. Wir bauen diese Tränke draußen im Garten auf, es funktioniert aber auch im Stall. Die Kerze hält das Wasser für 24-36 Stunden eisfrei und unsere Hühner haben stets frisches Wasser. Die Kerze wird einfach immer wieder ausgewechselt, bis das Wetter umschlägt und die Temperaturen wieder über Null sind. Dass auch Singvögel unsere Tränke nutzen, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Warum wir kein Licht im Stall haben 

Hühnerstall im Winter – noch mit Licht

Vor ein paar Jahren, als wir noch unsicher waren, haben wir tatsächlich mit einer Lampe experimentiert, um die Eierproduktion im Winter anzukurbeln. Die Idee war: Wenn die Hennen denken, es sei noch Sommer, legen sie weiter. Hat es funktioniert? Ja. War es eine gute Idee? Nein. Die Hennen wirkten irgendwann gestresst, und wir haben uns gefragt: „Wollen wir wirklich, dass sie sich verausgaben, nur damit wir mehr Eier haben?“ Seitdem lassen wir es bleiben. Mein Mann braucht zwar Eier als Eiweißquelle (weil Hülsenfrüchte für ihn tabu sind), aber wir brauchen sie nicht so dringend, dass wir die Hennen überlasten. Und wenn die Hühner dann im Frühling wieder mehr legen, freut sich die Familie – dann gibt’s hin und wieder 10 Stück.

Auch im Winter ist der Garten eine Pracht

Die Kunst, loszulassen 

Am Anfang hat es mich gestört, wenn die Eierproduktion nachließ. „Warum legen sie nicht mehr?“ habe ich mich gefragt. Aber dann habe ich verstanden: Hühner sind keine Maschinen. Sie haben ihre Rhythmen, ihre Bedürfnisse – und die respektieren wir. Wenn Dummbatz, unsere älteste Henne, nur noch alle paar Monate ein Ei legt, dann ist das so. Sie hat es sich verdient, in Ruhestand zu gehen.

Fazit: Ein gutes Leben ist mehr wert als ein volles Eierkisterl

Huhn im Schnee – kein Problem

Unsere Hennen leben artgerecht – ohne Heizung, ohne künstlichen Stress. Und wenn sie mal weniger legen, ist das kein Drama. Denn am Ende geht es nicht nur um Eier, sondern darum, dass sie ein maximal-gutes Leben haben. Und das ist uns mehr wert als ein paar Eier extra.


Bis zum nächsten Mal!

Unsere alte Dame „Dummbatz“

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