Platz zum Brüten – Platz zum Leben und zum Fressen

In unserer offenen Hütte, auf dem Holzstapel, baut eine Amsel ihr Nest. Immer wieder fliegt sie ein und aus, sammelt trockene Gräser und richtet sich ihr Nest her. Schon im letzten Jahr konnten wir sie genau an dieser Stelle beobachten. Ob es dieselbe war? Wer kann das schon sagen? Für uns sehen sie alle gleich aus. Doch ihr Verhalten ist interessant und weil uns alle Vögel sehr am Herzen liegen, wollten wir aktiv dazu beitragen, dass sie sich in unserem Garten noch wohler fühlen.

Neben der Amsel besuchen uns zahlreiche andere Vögel. Vor allem Sperlinge – die kleinen, braunen Spatzen – kommen im Winter in unseren Garten zum Fressen, aber auch Rotkehlchen, Meisen, Krähen und Elstern lassen sich sehen. Derzeit habe ich nur eine Futterstelle, die befülle ich je nach Witterung von November bis Ende März alle 2-3 Tage. 

Durch unsere Hühnerhaltung kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen Haus- und Wildvögeln. Die Hühner verjagen die Fluggäste nicht wirklich, aber die Wildvögel haben Respekt vor den „Einheimischen“ und fliegen oft schnell wieder auf den nächsten Baum. Wir füttern unsere Hühner mit Gemüse- und Obstresten und ab und zu paar Brotstücken. Die Wildvögel wissen anscheinend ganz genau, dass es bei uns immer etwas zu fressen gibt. Wir gönnen es ihnen von Herzen. Allerdings mussten wir das Hühnerfutter ein bisschen schützen – zu verlockend war es für die Wildvögel . Die Lösung: eine Futterbox, die sich nur öffnet, wenn ein Huhn auf die Klappe steigt. Alles, was dabei herunterfällt und zwischen den Gittern der Klappe landet, wird dann zum gefundenen Fressen für die Spatzen.

Vor ein paar Wochen haben wir uns an ein weiteres Projekt gewagt: Nistkästen! Da unser Garten keine geeigneten Bäume bietet, haben wir die Kästen auf Holzstehern montiert und sie nach Südosten ausgerichtet. Uns ist es wichtig, einen naturnahen Garten zu besitzen. Deshalb verzichten wir auf Kunstdünger und schädliche Pestizide wie Schneckenkorn. Stattdessen setzen wir auf biologische Methoden und schaffen bewusst Lebensräume für allerlei Tiere. Neben den Nistkästen bieten wir im Winter die  Futterstelle an, halten eine Wasserstelle das ganze Jahr über bereit und lassen Totholz sowie Steinhaufen in wilden Ecken liegen. So geben wir der Natur ein kleines Stück zurück. 

Unsere Nistkästen sind nun aufgestellt – jetzt bleibt die spannende Frage: Werden sie auch angenommen? Wir hoffen es sehr! 

Es sind idealerweise auch noch Unterkünfte für Igel und Eidechsen sowie eine kleine Wasserstelle  in nächster Zeit zu gestalten. 

Doch egal, was die Zukunft bringt, eines ist sicher: Es wird nicht unser letztes Projekt sein, um unseren Garten noch lebensfreundlicher für Vögel und andere Tiere zu gestalten.

Bis zum nächsten Mal!

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