Apfelwickler im Obstgarten – meine Erfahrungen und was wirklich hilft 🍏🐛


Wer Obstbäume im Garten hat, weiß: Die Arbeit hört nie auf. Wir haben vier Apfelbäume, verschiedene Sorten, unterschiedliche Standorte – und alle Äpfel haben Wurmlöcher. Ja, der Apfelwickler lässt grüßen.
Letztes Jahr waren wir noch gutgläubig: „Ach, ein paar Würmchen sind doch nicht schlimm.“ Heute wissen wir es besser. Sobald die Äpfel reifen, fallen die ersten befallenen Früchte runter – und ich mache regelmäßig Turneinlagen unter den Bäumen, weil die Äste sich unter der Last der Früchte fast bis zum Boden biegen. 😅
Natürlichschmeiße ich das Fallobst nicht einfach weg. Alles Braune und Grausliche schneide ich großzügig raus, den Rest verarbeite ich zu Essig, Apfelmus oder Strudel. Aber: Dieses Jahr und auch im nächsten will ich das Ganze etwas professioneller angehen.

Fraßstelle und braune Stelle, bereits am Baum

🔬 Der Apfelwickler – Fakten

  • Wer ist der Übeltäter? Ein kleiner Falter, dessen Larven (die „Würmer“) sich ins Fruchtfleisch bohren.
  • Lebenszyklus: 1–2 Generationen pro Jahr, bei warmem Wetter sogar 3.
  • Eiablage: Mai–Juli, meist an jungen Früchten.
  • Larven: Fressen Fruchtfleisch und Kerne, verlassen die Früchte und überwintern in Rinde oder Boden.
  • Schadbild: Wurmlöcher, vorzeitiger Fruchtfall, nette braune Überraschungen beim Aufschneiden.

    Kurz gesagt: Der Falter ist braun-grau, aktiv in der Dämmerung unter 20 °C, die Raupen starten winzig und werden bis zu 2 cm. Sie überwintern unter der Rinde, verpuppen sich im Frühjahr, und schon bald legen die Weibchen ihre Eier an den jungen Früchten ab. Die Raupen fressen sich spiralförmig ins Fruchtfleisch und hinterlassen unappetitliche Kothäufchen. 😬
    Tipp: Die Eierentwicklung ist temperaturabhängig – unter 10 °C passiert fast nichts. Der Apfelwickler kann ziemlich flexibel reagieren, was die Bekämpfung kompliziert macht.

✅ Was wirklich hilft – meine Strategie für dieses und nächstes Jahr

Meine Hühner konnten die Würmer nicht genug dezimieren
  1. Fallobst konsequent sammeln
  • Sofort alle befallenen Äpfel aufsammeln.
  • Nicht kompostieren, sonst können die Larven weiterleben.

Fallobst, jeden Tag
  1. Wellpappgürtel ab Juni
  • 10–20 cm breite Streifen um den Stamm wickeln.
  • Die Larven verkriechen sich darin, alle 3–4 Wochen abnehmen und vernichten
  • Vorteil: Man sieht die kleinen Schurken in Aktion – ein bisschen Detektivarbeit inklusive. 🕵️‍♂️

  1. Pheromonfallen ab Mai
  • Lockstofffallen für männliche Falter aufhängen.
  • Bei mehreren Bäumen mindestens zwei pro Garten.
  • Sie helfen vor allem, den richtigen Zeitpunkt für biologische Spritzungen zu bestimmen.

  1. Granulosevirus (CpGV)
  • Biologische Spritzung gegen die Larven.
  • Wirksam, um die frisch geschlüpften Raupen zu erwischen, ungefährlich für Nützlinge.
  • Anwendung mehrmals von Mai bis Juli im Abstand von etwa einer Woche.

  1. Nützlinge fördern
  • Vögel, Schlupfwespen, Ohrwürmer – unsere heimlichen Helfer.
  • Nistkästen und Schlupfwespen-Kärtchen aufhängen lohnt sich.
  • Je mehr kleine Helfer, desto weniger Wurm in den Äpfeln. 🪲

  1. Baumpflege
  • Winter: Rinde auf Puppen untersuchen, lockere Borkenteile abbürsten.
  • Boden lockern oder abdecken, damit Puppen keine Chance haben.


📌 Fazit
Nur gutes Zureden hilft meinen Apfelbäumen nicht. Daher werde ich Fallobst sammeln, Wellpappgürtel nutzen, Fallen aufhängen und Nützlinge fördern, damit habe ich hoffentlich einen großen Schritt Richtung wurmfreie Äpfel geschafft. Und ja, manche Äpfel landen am Ende im Strudel statt makellos im Korb – aber, besser ein leckerer Apfelstrudel als alle wurmigen Äpfel wegschmeißen, oder?
Und ob ich auch mit dem Granulosevirus nächstes Jahr an die Sache ran gehe, wer weiß, ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis zum nächsten Mal!

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