Melissenrost, Blattläuse und andere Probleme

Nachdem es gefühlte 50 Tage durchwegs kalt und regnerisch war, habe ich bei meinen Rundgängen im Garten einige Probleme entdecken müssen.

Mein zweijähriger Holunderstrauch hat schwarze und graue Blattläuse, und nicht wenige davon. Mir war ja bekannt, dass der Hollerstrauch ein wahrer Läusemagnet ist, aber es an meiner eigenen Pflanze zu sehen ist dann doch noch mal etwas Anderes.

Blattläuse am Holunderstrauch

Ich habe mich länger mit dem Gedanken getragen, die unwillkommenen Eindringlinge zu vernichten, ihnen mit meinen zur Verfügung stehenden Mitteln zu Leibe zu rücken. Doch schließlich gewann mein Wunsch nach einem naturnahen Garten die Oberhand und ich lasse die Läuse leben. Ich hoffe jetzt sehr, dass sich Nützlinge bzw. die natürlichen Feinde der Blattläuse einfinden und dort auf meinem Hollerstrauch ein Festessen veranstalten. Die Blüten kann ich wahrscheinlich trotzdem ernten, da zumeist ja die frischen, jungen und saftigen Triebe am stärksten befallen sind.

Melissenrost

Dann sind auch noch meine Zitronenmelissen vom Melissenrost befallen. Diese miese Pilzerkrankung verfolgt mich in jedem Garten den ich bisher hatte. Obwohl ich immer neue Pflanzen eingesetzt habe, die Erreger also den Umzug nicht mitmachen konnten, war es mir noch nie möglich das ganze Jahr gesunde Pflanzen zu haben.

Vor einer Woche waren noch alle Pflanzen ohne Befall und heute haben bereits die Hälfte der Stöcke erste Anzeichen von Rost. Auch hier gibt kein wirkliches Mittel das auf Dauer wirkt. Ich entferne die Blätter die befallen sind und schneide die ganze Pflanze radikal zurück wenn sich der Rost zu sehr ausbreitet. Bis dahin ernte ich regelmäßig die Triebspitzen, die ohne Befall und daher gut für den Genuss geeignet sind. Die befallenen Blätter entsorge ich entweder auf dem Kompost oder schmeiße sie in eine Ecke unter die Ligusterhecke. Ich bin überzeugt davon, dass es nicht hilft, die Blätter im Hausmüll entsorgen oder sogar die Erde aus zu tauschen da der Erreger überall im Garten zu finden ist und sich jederzeit wieder ausbreiten kann.

Etwas für mich Neues ist die Johannisbeerblasenlaus.

Hier an den Beerensträuchern möchte ich die Läuse definitiv loswerden, jedoch ohne irgendwelche chemischen, käuflichen Mittel.

Dass das nicht immer einfach ist, musste ich bereits bei früheren Versuchen feststellen. Mein Mittel der Wahl derzeit ist abwechselnd Brennesselsud und Schmierseifenlösung. Ich versuche immer die Blätter von unten her zu besprühen um die Läuse zu vertreiben oder ab zu töten. Das Wetter lässt es zwar nicht zu, dass ich gleich heute aktiv werde, aber sobald der Regen aufhört, wird genebelt und gesprüht.

Meine Recherche hat ergeben, dass durch Blasenläuse selten wirkliche Schäden an den Pflanzen entstehen, dass die Läuse während des Sommers an anderen Pflanzen verbleiben und im Herbst an die Johannisbeersträucher zurück kehren um dort ihre Eier ab zu legen. Vor dem Austrieb ist eine Behandlung am wirkungsvollsten. Das bedeutet für mich, dass ich im nächsten Frühjahr zeitig vorbeugend beginnen werde unsere Sträucher zu besprühen. Einzeln befallene Blätter habe ich am stärksten befallenen Strauch entfernt, doch die Läuse haben sich bereits auf die benachbarten Ribiselpflanzen ausgebreitet. Ich kann nun nur abwarten, ob das Besprühen Wirkung zeigt und es wirklich keine größeren Schäden geben wird.

Ich hoffe ja auch, dass sich Nützlinge in meinem Garten ansiedeln, um die Läuse zu dezimieren. Dafür ist es auf alle Fälle besser erst einmal nichts zu unternehmen. Dafür muss ich einfach ein bisschen Geduld haben, denn ein natürliches Gleichgewicht braucht einfach länger, sicher mehr Zeit als mit einer Giftspritze alles rundherum ein zu nebeln.

Ich werde in ca. einer Woche das erste Mal meine dann fertige Brennessel-Beinwell-Schachtelhalmjauche verdünnt 1:10 ausbringen, denn gestärkte Pflanzen halten Schädlingen besser Stand. Schachtelhalm soll die Zellwände stärken, Brennessel und Beinwell düngen den Boden und verbessern das Bodenleben. All das zusammen sollte helfen, den Läusen wenigstens ein bisschen den Appetit zu verderben.

Beinwell kurz vor der Blüte

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