Harz für die Haut

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Harzrinne an einer Fichte

Anfang November habe ich mit einem Messer und Einmalhandschuhen bewaffnet, das Harz von verschiedenen Fichten gesammelt. Bereits vorhandene offene Stellen, an denen das Harz schon mehr oder weniger lange ausrinnt, sind ideal um ein paar Brocken zu sammeln. Mit einem Holzschaber oder -löffel statt einem Messer ist die Verletzungsgefahr für den Sammler selbst naturgemäß gering.

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frisches Harz

Natürlich erwischt man immer wieder Stücke von der Baumrinde, das ist nicht weiter schlimm, denn beim Verarbeiten wird das Harz von den anderen Bestandteilen getrennt. Ihr solltet drauf achten, dass das Harz nicht allzu frisch ist, denn erstens ist es dann schwer zu ernten, da es extrem klebt und zweitens ist das Harz ja vorerst da um Wunden am Baum zu verschließen. Alternativ schau mal an gefällten Bäumen, da ist egal wieviel man abnimmt. Nur wenn der Baum die offene Stelle bereits lange genug verschlossen hat, ist das angetrocknete Harz perfekt zum Verarbeiten. 

Harz im Stoffsackerl

Tipp: für das Arbeiten mit Harz die Utensilien immer nur für diesen Zweck verwenden, da die vollständige Reinigung kaum oder gar nicht möglich ist. Ich habe als Gefäß ein leeres, sauberes Gurkenglas genommen, das ich dann auch mal entsorgen kann. 

Das gesammelte Harz wird zusammen mit Kräutern oder Blüten der Wahl (Ringelblume, Kamille, Rosenblätter,..) in ein Stück sauberen Stoff (altes Baumwoll-T-Shirt) gegeben. Ich verschließe das Ganze  mit einem Silikonbeutelverschluss, den ich zu Hause rumliegen  hatte. Für diesen Zweck ist dieser Verschluss  ideal, er lässt sich sehr fest anbringen, danach leicht entfernen und in der Spülmaschine waschen. Sonst würde ich Garn oder ähnliches nehmen und mitsamt dem Stoff am Ende wegwerfen, denn den Stoff bekommt man definitiv nicht mehr sauber. Den oberen Stoffrrand schneide ich möglichst kurz ab, damit nicht zuviel Öl aufgesaugt und dann verworfen wird. Das Stoffsackerl wird in ein beliebiges, hochwertiges Pflanzenöl eingelegt und das Ganze im Wasserbad erhitzt. Über einen Zeitraum von mindestens einer, besser mehreren Stunden wird das Harz im Öl ausgezogen und dabei immer wieder gedrückt, gepresst und gestampft. Abschliessend etwas abkühlen lassen und das Harz/Öl-Säckchen gut abtropfen lassen, eventuell ausdrücken. Aber Achtung: Harz klebt unheimlich gut an Allem – Topf, Glas, Kochlöffel, Händen, Kleidern,.. Mit Öl lässt es sich von den Händen am leichtesten entfernen (alternativ: Einmalhandschuhe anziehen).

Öl und Harz im Wasserbad

Nachdem das  Harzsäckchen entfernt ist, kann man in das warme Öl das Bienenwachs einrühren, eventuell die Hitze wieder höher schalten. Ich habe das Wachs nicht abgewogen, sondern gebe nach und nach mehr dazu, mache zwischendurch immer wieder eine Probe der Festigkeit. Ich gebe dafür ein wenig vom Öl-Wachsgemisch auf einen kalten Teller, bin ich mit der Konsistenz noch nicht zufrieden, gebe ich noch etwas Wachs hinzu.  Dieses Mal habe ich die Salbe nicht kalt gerührt, sondern heiss eingefüllt. Ich werde mal sehen, wie sich das dann in der Verwendung bewährt. 

Nach Belieben kann man noch einige Tropfen ätherisches Öl hinzu fügen, ich habe Pinienöl gewählt.  Alles gut verrührt, in kleine Salbentiegel gefüllt und beschriftet, habe ich eine wunderbar wärmende, nach Wald duftende Salbe mit der ich alles Mögliche einschmiere: trockene Haut, schmerzende Gelenke, müde Muskeln. Es soll die Wundheilung beschleunigen und bei Akne helfen. Wunden und Akne hab ich nicht, daher kann ich dazu Nichts sagen. 

Hinweis

Ich rate allen Interessierten bei der Behandlung von größeren Wunden und ernsthaften  Hauterkrankungen vorsichtig zu sein, zuvor ausgiebig zu recherchieren und sich der Schulmedizin nicht von vornherein zu verschliessen. Ich glaube, dass Naturheilmittel viel Positives bewirken können und schlussendlich darf jeder für sich selbst entscheiden was er wann anwendet, doch zu Risiken und möglichen Nebenwirkungen  fragen sie ihren Arzt oder Apotheker ;-)

Harzsalbe beim Abkühlen
Anzünder

Das harzige Stoffsackerl habe ich dann auch noch verwertet. In unserem Schwedenofen wollte das Feuer nicht so recht anbrennen – da habe ich zurecht geschnittene Streifen vom Stoff mitsamt den übrig gebliebenen Harzresten in Altpapier eingedreht (Zeitung oder Ähnliches). Diese ergeben einen wunderbar effektiven Feueranzünder und das Feuer machen ist kein Problem mehr. 

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