Es gibt diese Tage, da entdeckt man plötzlich etwas, das man noch nicht gesehen hat, nie gehört hat – und dann ist die Freude groß. Mein Mann hat sie gefunden: die borstige Dolchwespe. Und hat er mir gleich alles darüber erzählt. Erst war er ein bisschen erschrocken, denn rund um unseren Hauseingang schwirrten zahlreiche des Dolchwespen herum. Doch diese Wespe ist absolut harmlos, er war nicht in Gefahr gestochen zu werden. Sie ist auch ein wichtiger Bestäuber – und eine seltene Rarität bei uns.
Warum ich mich freue
Die borstige Dolchwespe ist kein Grund zur Sorge. Die Weibchen stechen nur, wenn man sie quetscht oder massiv bedroht. Ansonsten sind sie friedlich, scheu und vor allem nützlich: Sie bestäuben Blüten, besonders blaue Pflanzenwie Ehrenpreis, Oregano oder Thymian.Doch das ist noch nicht alles: Sie ist in vielen Regionen selten – und dass sie bei uns im Garten auftaucht, ist also ein kleines Glück!

Wie erkennt man sie? (Und wie unterscheidet man sie von anderen Wespen?)
Die borstige Dolchwespe ist etwa so groß wie eine Hummel, hat einen glänzend schwarzen, schlanken Körper mit gelben Binden am Hinterleib. Ihre Flügel sind dunkel getönt. Die gelben Streifen sieht man nur wenn sie im Anflug ist oder in Bewegung.
Verwechslungsgefahr
Asiatische Hornisse: Invasiv und gefährlich für Bienenvölker! Sie hat gelbe Beine, ein oranges Kopfschildund ist größer. Diese muss gemeldet werden!
Zum Merken:
- Borstige Dolchwespe = harmlos, geschützt, gelbe Binden mittig am Hinterleib.
- Asiatische Hornisse = invasiv, gelbe Beine, oranges Kopfschild → melden!

Falls du unsicher bist, hilft dir der Naturschutzbund, die Berg- und Naturwacht oder lokale Experten bei der Bestimmung.
Blütenbesucher und Engerlingsjäger
Die borstige Dolchwespe ist ein wärmeliebendes Insekt – sie fliegt vor allem an sonnigen Tagen und liebt blaue Blüten. Ihre Larven leben von Engerlingen (z. B. Rosenkäferlarven). Das Weibchen spürt die Larven mit ihrem guten Geruchssinn auf, lähmt sie mit einem Stich und legt ein Ei darauf. Die schlüpfende Wespenlarve frisst den Engerling dann von innen auf – ein natürlicher Schädlingsschutz!
Ihre Flugzeit ist ungefähr von Juni bis September – also genau jetzt die beste Zeit, sie zu beobachten.

Warum sie bei uns ist – und was das bedeutet
Ursprünglich kommt die borstige Dolchwespe aus südlichen Regionen. Durch den Klimawandel breitet sie sich langsam nach Norden aus. In Österreich wird sie immer häufiger gesichtet – ein Zeichen dafür, wie sich unsere Natur verändert.
Ihr Lebensraum:
- Offene, sonnige Flächen (z. B. sandige Böden, Dünen, Rodungsgebiete)
- Auch in Gärten, wenn es warm und trocken genug ist
- Blütenreiche Umgebungen, besonders mit blauen Blüten
Wie können wir ihr und anderen Insekten helfen?
Da die borstige Dolchwespe selten ist, können wir ihr mit kleinen Maßnahmen unter die Flügel greifen:
✅ Blühstreifen anlegen – besonders mit blauen Blüten wie Ehrenpreis, Thymian oder Natternkopf.
✅ Sandige, offene Flächen im Garten belassen (z. B. eine kleine Kies- oder Sandcke).
✅ Keine Giftspritze verwenden – sie schadet nicht nur Schädlingen, sondern auch nützlichen Insekten.
✅ Nicht stören – wenn du eine siehst, beobachte sie einfach aus der Ferne und genieße den Anblick!✅Wasserstelle anlegen.

Es ist immer wieder schön, wenn man seltene Tiere in seinem Garten entdeckt – besonders, wenn sie so selten und nützlich sind wie die borstige Dolchwespe. Sie ist ein Zeichen für eine – noch – intakte Natur und erinnert mich daran, wie wichtig es ist, Lebensräume für Insekten zu fördern und zu erhalten.
Hast du schon mal eine borstige Dolchwespe gesehen? Oder andere seltene Insekten in deinem Garten? Ich freu mich über deine Beobachtungen! 😊
Bis zum nächsten Mal!

