Mein Sauerteig, mein Kühlschrank und ich – eine mehlige Liebesgeschichte

Ich backe wirklich gerne Brot. Nicht, weil ich so ein geduldiger Mensch wäre – das bin ich ehrlich gesagt gar nicht. Aber weil es einfach gut schmeckt und herrlich riecht, wenn das frische Brot aus dem Backofen kommt. Und weil ich genau weiß, was drin ist. Keine Konservierung- und andere Hilfsmittel, nur Mehl, Wasser, Salz und Zeit. Manchmal ein paar Kürbiskerne und Leinsamen. 

Und, so viel vorweg: Es ist gar nicht so schwer, wie viele glauben. Man muss sich nur ein bisschen drauf einlassen.

Über die Jahre habe ich viel herumprobiert. Angefangen hat alles ganz einfach. Weizenbrot? Kein Problem. Germ rein, Teig gehen lassen, backen, fertig. Das gelingt fast immer. Aber irgendwann wollte ich Roggenbrot nicht mehr kaufen. Natürlich kaufen wir zwischendurch Brot. Doch ich will Sauerteigbrot backen! Und da wird es schon anspruchsvoller, das gebe ich zu.

Mein Sauerteigstarter lebt jetzt schon sehr lange bei mir. Ich füttere ihn, manchmal täglich, manchmal muss er in den Kühlschrank, wenn wir ein paar Tage weg sind. Dann schläft er ein bisschen und wartet, bis ich wieder da bin. Es ist schon eine komische Beziehung, so ein Starter. Man fühlt sich ein bisschen verantwortlich für ihn.

Angenähert habe ich mich dem Ganzen über ein Mischbrot. Erst ein bisschen Sauerteig dazu, dann immer mehr Roggenmehl, den Anteil Schritt für Schritt erhöht. Das hat ganz gut geklappt, soweit so gut. Aber jetzt bin ich wieder am Tüfteln, denn beim Sauerteig ist einfach so viel zu beachten. So viele Rezepte, so viele Tipps und Tricks – und oft widersprechen die sich auch noch gegenseitig.

Mich beschäftigt gerade vor allem die Frage: Wann ist der Teig eigentlich genug aufgegangen? Geht es besser über Nacht bei Zimmertemperatur? Oder im Kühlschrank über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen? Ich probiere gerade beides aus und bin noch nicht ganz sicher, was mir besser liegt. Ich glaube nämlich, dass zum Brotbacken vor allem eines gehört: Erfahrung. Und die bekommt man nur durch Ausprobieren. Kein Buch der Welt nimmt einem das Gefühl für den Teig ab.

Bücher habe ich mir übrigens auch gekauft, in der Hoffnung auf gute Rezepte und klare Anleitungen. Das war auch hilfreich, aber ich war dann trotzdem mit der Rezeptwahl eingeschränkt – denn mein Mann verträgt viele der Zutaten nicht. Also heißt es wieder: anpassen, umbauen, ausprobieren. Gehört aber dazu, wie ich finde.

Was mir zum Beispiel noch im Kopf herumspukt: Was bedeutet es eigentlich, wenn der Teig ein bisschen klebrig ist? Ist das schon ein Fehler oder genau richtig? Und nehmt ihr manchmal ein bisschen Germ dazu, damit der Teig sicherer aufgeht, oder bleibt ihr rein beim Sauerteig? Wie füttert ihr euren Starter? Wiegt ihr immer alles ab?

Ich bin wirklich neugierig, wie ihr es handhabt. Habt ihr ein Top-Rezept, das bei euch immer gelingt? Habt ihr Geheimtipps, die ihr über die Jahre gesammelt habt? Oder seid ihr vielleicht auch gerade mittendrin im Sauerteig-Abenteuer und fühlt euch manchmal ein bisschen verloren zwischen allen Tipps und Tricks?

Schreibt mir gerne in die Kommentare. Ich sammle nämlich leidenschaftlich gern Ideen für mein nächstes Brot – und wer weiß, vielleicht probiere ich euren Tipp am Wochenende gleich aus.

Bis zum nächsten Mal!

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