Der Garten im September

Da ich keine Gärtnerin mit einem festgelegten, immer wiederkehrenden Arbeitsplan bin, muss ich mir mit Listen, Kalendern und Erinnerungen behelfen, damit alle nötigen Arbeiten zum möglichst besten Zeitpunkt erledigt werden. Tipps und Hinweise vergesse ich wenn ich sie mir nicht irgendwo notiere.

Hier habe ich für mich und für euch eine möglichst umfassende Liste der Arbeiten und Tipps für den Garten im September zusammengetragen.

Schreibt mir gerne, wenn ihr noch Vorschläge für Arbeiten im September habt, dann kann ich die Liste weiter vervollständigen.

Säen

  • nach der Aussaat eventuell mit Folie oder Vlies schützen: Feldsalat, Spinat, Karotten, Mangold, Asia-Salate, Salatrauke, Petersilie, Kerbel, Liebstöckel, Tellerkraut (Claytonia perfoliata), Kresse, Barbarakraut oder Winterkresse (Barbarea vulgaris), Pastinaken
  • Im Gewächshaus können Salat und Radieschen gesät werden
  • Löffelkraut (Cochlearia officinalis) säen. Der Samen braucht bis 3 Wochen, immer gleichmäßig feucht halten, im Winter mit Reisig abdecken, bzw. mit Vlies schützen.
  • neuen Rasen bzw. Blumenwiese aussäen, Rollrasen verlegen
  • zweijährige Pflanzen wie Fingerhut bis Anfang September aussäen
    Kaltkeimer wie Eisenhut, Phlox Fackellilie, Frauenmantel, Bergenie und Taglilie müssen vor dem Winter gesät werden, da sie für das Aufgehen einen Kälteschock brauchen
  • auf alle abgeernteten Beete die nicht mehr gebraucht werden Gründüngung säen (z.B. Bienenfreund, Kresse, Ölrettich, Raps, Lupinen, Ringelblumen, Tagetes, Lein)

Auspflanzen

  • Wntersteckzwiebel, Pflanzknoblauch, Chinakohl, Winterkopfsalat, Zuckerhut, Rhabarber, Endivie, immertragende Erdbeeren
  • Stauden, Klematis, immergrüne Ziergehölze (Eibe, Efeu), Beerensträucher sowie Kirschlorbeer, Pfingstrosen, und Winterlinge (Eranthis), Pflanzstelle tiefgründig lockern, bei lehmigem Boden mit Sand auflockern. Winterlinge 24 Stunden vor dem Pflanzen in Wasser legen
  • Schwertlilien, Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Tulpenzwiebeln setzen, ins Pflanzloch (doppelt so tief wie die Zwiebel groß ist) ein wenig reifen Kompost als Dünger geben. Falls an der Pflanzstelle mit Staunässe gerechnet werden muss, kann man ins Pflanzloch eine Schicht Kies oder Bausand geben. Falls Wühlmäuse im Garten ein Problem sind, die Tulpen möglichst spät setzen oder alle Blumenzwiebel in Drahtkörben in die Erde setzen

Gemüse

  • Endivien eine Woche vor der Ernte zusammenbinden damit er bleicht
  • Knoblauch ernten, einige Tage auf der Erde liegen lassen, wenn es das Wetter zuläßt. das Laub dann zusammenbinden, aufhängen und so lagern
  • Tomaten die noch nicht gereift sind, unter Kunststoffhauben nachreifen lassen, alle neuen Blüten und weiterhin die Geiztriebe entfernen
  • Auch Gurken, Melanzani und Paprika sind kälteempfindlich und können bei sehr kalten Nächten mit Holzgestellen und Folien oder Hauben geschützt werden.Bei Kohlsprossen sollte der Haupttrieb entfernt werden
  • Knollensellerie braucht im September noch genügend Wasser und sollte bei Trockenheit gegossen werden.
  • Späte Erdäpfel ernten und einlagern
  • Zucchini mit halbverottentem Kompost mulchen, mit Pflanzenjauche düngen und bei trockenem Wetter gießen.
  • Kürbisse bei trockenem Wetter auf dem Beet nachreifen lassen, der mögliche Nachtfrost schadet den Früchten nicht
  • Rhabarber mindestens alle 10 Jahre verjüngen, dazu in Stücke von circa 1kg teilen. Jedes Teilstück sollte mindestens 1 Knospe haben und die Schnittstellen sollten vor dem Wiedereinpflanzen abtrocknen können.

Obstbäume

  • Leimringe gegen Ende des Monats anbringen um Obstbäume vor Schädlingen zu schützen
  • Wurmige Äpfel (sind von Maden des Apfelwicklers befallen) reifen früher und fallen zu Boden oder faulen am Baum. Diese Äpfel unbedingt aufklauben und vernichten (Biotonne). So kann man den Schädlingsbefall im nächsten Jahr reduzieren.
  • Pfirsich: gegen die Kräuselkrankheit helfen – resistente Sorten wählen, im Herbst Knoblauch auf der Baumscheibe pflanzen, beim ersten Schwellen der Knospen mit Knoblauchtee wöchentlich vom zeitigen Frühjahr bis Mitte Mai spritzen und jährlich schneiden um die Krone luftig und licht zu halten. Schwere, nasses Böden schwächen den Baum und fördern den Pilz.
  • Obst: Äste mit reichem Fruchbehang stützen, nicht mehr stickstoffbetont düngen, damit die Triebe ausreifen können, Baumobst in der Früh ernten dann ist es am aromatischsten.
  • Spalierobst nochmal formieren und Seitentriebe einkürzen

Kräuter

  • ausdauernde, robuste Kräuterstauden können noch geteilt und gepflanzt werden, sie wachsen dann im darauffolgenden Jahr besser
  • empfindliche, mediterrane Kräuter wie Basilikum, Lorbeere oder Rosmarin vor dem ersten Frost ins Winterquartier bringen oder mit ausreichend Isoliermaterial gegen die Kälte schützen
  • Wurzelkräuter noch einmal ernten bevor das Laub einzieht
    (Wurzeln von Brennessel, Löwenzahn, Engelwurz, Beinwell, Mädesüss sowie Baldrian)
Brennnessel

Beeren

  • Erdbeeren: legen im September bis Dezember ihre Knospen an. Bei Trockenheit ausreichend gießen. Abwechselnd mit Knoblauch pflanzen, ist eine ideale Mischkultur, Knoblauch reduziert den Befall mit Graufäule. Dazu die Knoblauchzehen zwischen die Pflanzen oder in Reihen abwechselnd pflanzen. Die Zehen jetzt stecken, eventuell auch noch im Frühjahr. Alte Blätter und Austriebe die man nicht zum Verjüngen benötigt, entfernen. Die Pflanzen noch einmal düngen. Ich nehme zum Düngen Pflanzenjauchen – hier bietet sich Knoblauch- oder Brennnesseljauche an – oder reifen Kompost.
  • alte Himbeerruten bodennah schneiden, man verhindert damit die Übertragung von Pilzkrankheiten
  • Brombeeren: die abgetragenen Fruchttriebe abschneiden, junge Triebe aufbinden, anhäufeln damit sie frostgeschützt sind. Im März kann ebenso geschnitten werden, wenn Schneemangel und starke Fröste für den Winter vorhersehbar sind. Brombeeren sind im August und September oft von Milben befallen. Die Früchte reifen nicht gleichmäßig aus, sehen gesprenkelt aus, schmecken sauer-bitter. gefördert u.a. durch starke Stickstoffdüngung. Vermehrung der Milben am stärksten im August und September. Abhilfe: vor Oktober (Milben wandern zu Knospenschuppen als Winterquartier) alle befallenen Ruten entfernen und kompostieren, Brombeeren ab September nicht mehr düngen, damit Pflanzen mit dem starken Wachstum aufhören und die verholzenden Triebe aushärten können. So überstehen sie die Wintermonate besser ohne dass Triebe stark zurückfrieren. Nicht mehr düngen, damit die Triebe ausreifen können.

Blumen

  • Dahlien-, Canna-, Begonien-, Gladiolen- und Freesienzwiebel aus der Erde heben, abtrocknen lassen und frostfrei überwintern
  • Johannisbeeren vermehren: einen langen Trieb entblättern, in Stücke schneiden, mit jeweils mindestens fünf Augen (immer etwa 0,5 cm unterhalb einem Auge schneiden). Diese Steckhölzer (jeweils mit der vorher der Wurzel zugewandten Seite) in sandige, humose Erde stecken und anwurzeln lassen
  • Samen von einjährigen Pflanzen wie Begonien, Petunien oder Sonnenblumen sammeln und in beschrifteten Papiertüten aufbewahren
  • frische Triebe und Blütenstiele des Lavendels zurückschneiden damit der Stock nicht verholzt
  • neue Rosen setzen, bestehende Rosen mit einem kaliumbetonten Dünger versorgen, bei Trockenheit gießen ohne die Blätter zu benetzen
  • Geranien, Oleander und Fuchsien können durch Stecklinge vermehrt werden. Stecklinge in Töpfen und unter Glas oder einer Plastikhaube wurzeln lassen
  • Beim Blauregen circa 2 Monate nach der Blüte alle Seitentriebe bis auf 30-50 cm zurückschneiden. Neu wachsende Triebe ausbrechen, bevor sie verholzen. Diese Schnittmaßnahme fördert die Blütenbildung.

Sonstige Arbeiten

  • Rasen vertikutieren, bei Bedarf mit Kompost düngen. den Rasen auf circa 5cm nochmals mähen, gefallenes Laub gleich mit mähen und auf den Kompost werfen
  • Zimmerpflanzen die den Sommer über draussen waren, werden bald wieder ins Haus gebracht
  • verblühte Stauden teilen, kleinere Teilstücke (wachsen besser als große Stücke) an anderer Stelle wieder einsetzen. Mindestens 2 Triebspitzen pflanzen, alle alten Blätter entfernen
  • Laub vom Rasen und aus Teichen entfernen, sonst als Mulch liegen lassen. Für die Igel in unseren Gärten sollten immer einige Laubhaufen in einer Ecke des Gartens aufgehäuft werden. Eventuell ein Laubnetz über den Teich spannen
  • Nistkästen für Vögel reinigen

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