Den Beikräutern den Kampf angesagt…

Ich liebe Kräuter. Ich liebe viele der Beikräuter die sich überall ansiedeln. Und am liebsten nütze und esse ich die Beikräuter wie Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Kleeblüten, Spitzwegerich, Kamille, Vogelmiere, Gundelrebe und Co.

Aber es muss auch möglich sein, die Beikräuter – dort wo sie mich stören und Unkräuter sind – ein bisschen im Zaum zu halten und einzugrenzen. Sie wachsen an den Rändern der Beete, unter jedem Busch und Baum und ich komme mit dem Zupfen und Ausreißen nicht nach. Daher habe ich mir Rindenmulch kommen lassen. Statt gefühlte 100 Säcke zu kaufen, habe ich eine Firma gesucht die mir den Rindenmulch zustellen kann. Es wurden 7 (in Worten sieben!) Kubikmeter geliefert. Sollte fürs Erste reichen.

7m3 Rindenmulch

Mit der Hälfte dieses Haufens Rindenhäcksel habe ich gleich am ersten Tag unter allen Beerenbüschen, unter den Obstbäumen, rund um ausdauernde Kräuter, unter den Brombeeren, rund um die Beinwellpflanzen, in den Containern mit den Heidelbeeren und auf den Wegen gemulcht. Auch das Gewächshaus hat vier Scheibtruhen abgekriegt, damit dort auf der Wegfläche das Gras nicht so wächst. Ausserdem macht es dort auch ein besseres Mikroklima.

Am Abend war die Hälfte weggeschaufelt. Ich habe natürlich immer wieder Pausen machen müssen, denn es war heiß und viel zu schaufeln. Für einen Tag war das eine Heidenarbeit, ich spüre es in meinen Händen und auch mein Rücken meldet sich, aber ich bin glücklich und zufrieden, denn es schaut nun viel gepflegter aus. Vor allem ist es pflegeleichter und das war mir sehr wichtig. Auch dass an vielen Stellen durch die Verrottung dann einmal Hummus entsteht, ist ein positiver Aspekt.

Kurz nachdem ich meine Arbeit beendet habe, hat es dann noch zu regnen begonnen. Nun wartet der Haufen, mit Folie abgedeckt auf meinen zweiten Einsatz. Es gibt noch einige Stellen an denen der Rindenmulch noch fehlt. Sobald es trocken ist, werde ich den Rest verteilen.

Hauptziele für das Mulchen

Bodenbeschaffenheit

Jede Art von Mulch kann helfen die Bodenqualität zu verbessern. Ich habe lehmigen und schweren Boden im Garten der Wasser nicht gut aufnehmen kann und verhärtet. Neben der Einsaat von Gründüngung und Kompostgaben, ist Mulchen eine weitere Methode um die Bodenbeschaffenheit zu verbessern. Die Mikroorganismen (hauptsächlich Pilze und Bakterien), die für die Verbesserung eine wesentliche Rolle spielen, werden durch eine ausreichend dicke Mulchschicht geschützt, da die Oberfläche durch die Sonne nicht erbarmungslos erhitzt ( bis zu 50°C) und ausgetrocknet wird.

Verrottung

Durch das langsame Verrotten des Rindenmulches wird Hummus gebildet, dieser verbessert ebenfalls die Qualität und Beschaffenheit des Bodens. Lehmiger Boden wird dadurch durchlässiger und feinkrümeliger.

Weniger Gießen

Durch die Bedeckung mit Mulchmaterial wird die Verdunstung vermindert und der Wasserverbrauch dadurch geringer.

Unkraut / Beikrautunterdrückung

Es wachsen weniger Beikräuter und die Pflanzen die wachsen lassen sich viel leichter entfernen.

Erwünschter Nebeneffekt

Rindenmulch kann auch Substrat für Morcheln sein, vielleicht haben wir in den nächsten Jahren einmal das Glück, dass irgendwo diese tollen Pilze wachsen. Denn es kommt immer wieder mal vor, dass auf bzw. in Rindenmulch Morcheln wachsen.

Tipps

Direkt in Rindenmulch wächst sehr wenig, wenn dann sind es eventuell Pilze. Der Rindenmulch verbraucht beim Zersetzungsprozeß viel Stickstoff. Daher sollte man den Rindenmulch niemals in die Erde einarbeiten sondern nur auf der Oberfläche verteilen. Im Gemüsegarten verwende ich auf den Wegen Rindenmulch, nicht aber in den Beeten.

Um den Pflanzen ein geeignetes Wachstumssubstrat zu bieten muss man beim Pflanzen den Rindenmulch großflächig wegschieben, die neuen Pflanzen Kompost einsetzen und dann den Rindenmulch wieder etwas zurück ausbreiten.

Laut Internetquellen sollen Rosen, Lavendel, einige Stauden, Steingartenpflanzen und viele der mediterranen Kräuter einen Boden ohne Rindenmulch bevorzugen. Das kann ich noch nicht beurteilen, ich habe jetzt einmal fast überall gemulcht, auch unter meiner Rose und werde aufmerksam beobachten wie es meinen Pflanzen geht. Auf jeden Fall freue ich mich nach getaner Arbeit, denn der Garten sieht jetzt viel gepflegter aus.

Hier sieht man einen kleinen Ausschnitt unseres Gartens mit Beerenbüschen und ungemähtem Gras in der Mitte. Links seht ihr den Folientunnel, das Gewächshaus und das Dreiecksbeet mit Fenchel, Paradeisern (Tomaten für die Nichtösterreicher) und Gurken. Rechts im Hintergrund sieht man das Gestell für die dornlosen Brombeeren und rechts am Rand das Hügelbeet mit Kräutern und Blumen. Ich versuche möglichst viele verschieden Pflanzen zu mischen, da ich keine Monokulturen pflanzen möchte. Vielfalt ist das A und O im Garten, besonders für jede Gärtnerin, jeden Gärtner der naturnah gärtnern will.

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

3 Comments

  1. Liebe Brigitte!
    Schön, dass du auch Beikräuter sagst, denn wenn wir die (fast) alle essen, statt vernichten würden, wären wir „pumperl“g’sund, wie es so schön heißt!

    Ich liebe Beikräuter in meinem täglichen Salat!! Dein Garten ist wunderschön.

    G’sunde Grüße, Martina

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  2. Liebe Brigitte!
    Du hast einen wunderschönen Garten! Und toll, dass auch du „Beikräuter“ zu den Unkräutern sagst, denn würden wir (fast) alle Beikräuter essen, statt zu vernichten, wären wir alle „pumperl“g’sund, wie es so schön heißt.

    Ich liebe meine Beikräuter in meinem täglichen Salat… 🙂

    G’sunde Grüße, Martina

    Liken

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