Mein Garten im Februar

In meinen grünen Fingern kribbelt es. Das warme Wetter lockt mich hinaus. Aber es verlockt auch, mit dem Aussäen meiner Pflanzen zu beginnen. Es ist sehr schwer diesem Drang zu widerstehen, denn ein Teil der großen Faszination des Gärtnerns ist, Samen in die Erde zu bringen und dabei zusehen zu können wie „Leben“ entsteht.

Leben entsteht auch in meinem Folientunnel wenn ein Maulwurf in meinem Beet mit dem Rukola herumwühlt und seine Hauferl dort aufwirft. Das Ergebnis seht ihr unten.

Aber: ich freu mich, dass es Maulwürfe bei mir gibt und verwende die feine, aufgeworfene Erde dann in meinen Pflanztöpfen. Die Maulwurferde ist besonders fein, enthält kaum Steine oder Wurzeln und ist gut geeignet für kleine Sämlinge.

„Maulwurfshügel auf Rukola“

Ich möchte in meinem Garten möglichst früh im Jahr mit dem Werkeln beginnen. Ich liebe die Vorbereitung und wenn dann das erste frische Grün wächst. Unten sind einige der Arbeiten aufgelistet die ich im Februar erledigen werde.

Garten planen: Damit ich meinen Garten gut nutzen kann, möchte ich dieses Jahr einen Beetplan erstellen. Dabei werde ich, so gut es geht, die Fruchtfolge und den Fruchtwechsel beachten. Es sollten z.B. Brokkolipflanzen erst nach 3 Jahren wieder am gleichen Platz stehen. Und was nacheinander angebaut werden kann, hängt von der Länge des Wachstums der Pflanzen ab. Und auch die Mischkultur ist sicherlich ein wichtiges Thema. So dürfen Bohnen und Erbsen nicht nebeneinander stehen, denn sie beeinflussen sich gegenseitig negativ. Für meinen Garten werde ich alle Pflanzen aussuchen, die wir gerne essen und dann aufzeichnen was wann und wo wachsen soll. Hilfe suche ich mir in meinen Gartenbüchern und im Internet.

Saatgut: Jetzt ist noch Zeit Samen auszusuchen und eventuell neues Saatgut zu tauschen oder zu kaufen. Besser als konventionelle Sorten sind samenechte, seltene und alte Sorten, diese kann man selbst vermehren. Eine Quelle ist die Firma Arche Noah in Schiltern. Dort bekommt man altes und seltenes Saatgut, das oftmals privat weitergezüchtet wurde und dann professionell aufbereitet und vertrieben wird. So können alte Sorten bewahrt werden. Diesen Link findet ihr am Ende des Blogposts.

Frühbeet oder Mistbeet sollten jetzt vorbereitet werden, Zweige und Blätter, die bisher als Frostschutz gedient haben, entfernt man jetzt. Ich werde in mein Frühbeet bald Radieschen säen, jetzt wühlen gerade meine Henderl noch darin herum damit eventuell vorhandene Schneckeneier eine gute Verwendung finden.

Der Kompost sollte gegen Nässe abgedeckt werden, zuviel Feuchtigkeit stört den Rotteprozess und führt zu Fäulnis. Den fertigen Kompost kann man dann in die Beete einarbeiten oder nur auf die Oberfläche auftragen. Mein Ziel ist es, viel wertvollen Humus durch Kompost aufzubauen, die Methode „No Dig“, also „kein Umgraben“ des Engländers Charles Dowding gefällt mir sehr. Wer dazu mehr wissen möchte kann auf die (englische) Homepage schauen, den Link findet ihr ebenso am Ende des Artikels.

Gemüsebeete vorbereiten: Erst entferne ich das Laub und alles Material, das ich als Schutz auf die Beete gelegt habe. Braunen Karton zum Beispiel oder Zweige. Dieses Jahr hat es bei uns noch nicht geschneit und die Erde war so wenigstens minimal geschützt. Als nächstes kann ich die Beete ein wenig einebnen und bin so bereit für die erste Aussaat oder Pflanzung.

Freilandsaaten: Der Zeitpunkt für Freilandaussaaten hängt stark vom Standort und vom Wetter ab. Frühestmöglicher Termin ist zwischen Februar und März, wenn der Boden oberflächlich abzutrocknen beginnt und nicht mehr schmiert. Wichtig ist die Sortenwahl, diese muss unbedingt für den frühen Anbau geeignet sein.
z.B.: Petersilie, Lauch, Dill, Erbsen, Kresse, Radieschen, Spinat, Rettich, Knoblauch, Pastinake, Pflücksalat und Mairüben, frühe Sorten von Karotten, Steckzwiebeln, Schalotten, Perlzwiebeln, Knoblauch und Ende des Monats dicke Bohnen.

Frühbeet: Alle Sorten die für die Freilandsaat geeignet sind, kann man auch für das Frühbeet verwenden. Dann auch zwei bis drei Wochen früher. Gut eignen sich Folie und Vlies als Schutz gegen Kälte und zur Ernteverfrühung, vorausgesetzt die Folie ist gelocht oder geschlitzt – sonst sammelt sich zu viel Feuchtigkeit darunter. Vlies ist allerdings zu bevorzugen, da die Belüftung der Pflanzen darunter besser funktioniert.

Gewächshaus: Als Vorbereitung werde ich die Fenster putzen damit genug Licht reinkommt, alles reinigen und die Pflanzgefäße waschen. Momentan ist das Gewächshaus noch Teilunterkunft für unsere Hühner. Doch sobald die Temperaturen wieder steigen, werde ich das Gewächshaus für die Pflanzen vorbereiten und unser Hühnervolk umquartieren. Ab Ende Februar können dann Kohlrabi, Rettich, Kopf- und Eissalat gepflanzt werden.
Auch hier kann man ein bis zwei Lagen Vlies als Wärmeschutz (tagsüber eine Lage, nachts zwei Lagen) auflegen. Nach 3 Wochen schütze ich die Pflanzen nur noch nachts bei tiefen Temperaturen. Tagsüber lüfte ich, wann immer es die Witterung zulässt. 

Fensterbank: Früh ausgesät werden vor allem Pflanzen, die lange zum Keimen und Anwachsen benötigen. Am besten stellt man die Aussaat am Südfenster hell auf oder man hilft mit mindestens vier Stunden pro Tag mit Kunstlicht nach. Ich habe kein Kunstlicht, und auch nicht viel Südfensterbankerl, ich helfe mir einfach mit einem Rotieren der Saatschalen. Artischocken, Karfiol, Spitzkohl, Wirsing, Kopfsalate kann man im Februar schon auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aussäen. Ab Mitte/Ende Februar: Zwiebeln, Kohlrabi, Paprika und Chili vorziehen. Die ersten Kräuter, wie z.B. Oregano, Beifuß und Zitronenmelisse lassen sich bereits im Februar auf der Fensterbank vorziehen. Vorziehen soll man auch Melanzani. Die Melanzanisamen wie auch Chili- und Paprikasamen brauchen ausreichend Wärme. Sellerie spätestens Anfang März säen, damit der langsam wachsende Sellerie rechtzeitig ausgepflanzt werden kann. Es gibt auch hier unzählige Seiten und Videos zum Thema Pflanzenanzucht, eine Videoquelle die mir recht gut gefällt ist zum Beispiel „Selfbio“ , ein Hobby- und ein Profigärtner geben in den Videos viele nützliche Informationen weiter (Link zu den Videos weiter unten).

Süßkartoffel-Pflanzerl im Kokosanzuchttopf

Dieses Jahr habe ich mich entschlossen Pflanztöpfe zum Aussäen zu verwenden. Ich habe eine torffreie Variante aus Kokosfasern gesucht und gefunden. Es hat Vorteile wenn man die Pflänzchen nicht pikieren muss, die Quelltöpfe kann man mitsamt der Pflanze in die Erde bringen. Oben seht ihr meine Süßkartoffelpflanzen, das sind auch dieses Jahr die ersten Pflanzen die wachsen. Zu meiner Überraschung haben die paar Süßkartoffeln, die wir im Spätherbst selbst geerntet haben, sehr gut gehalten und haben dann Anfang Januar begonnen auszutreiben. Diese Triebe habe ich in Wasser bewurzeln lassen und schließlich in die Kokostöpfe gesetzt. Nicht alle Pflanzen werde ich auf diese Weise aussäen, das würde zu viel Platz in Anspruch nehmen. Doch gerade frühe Sorten und empfindliche Arten profitieren davon. Den Blogpost wie ich meine Süßkartoffeln letztes Jahr gezogen habe, findet ich weiter unten.

So bereite ich meinen Garten im Februar vor. Ich freue mich von Euren Vorbereitungen im Garten zu hören.

Hier findet ihr einige Links:

Süßkartoffeln selber ziehen: https://wordpress.com/block-editor/post/drinnunddrauss.com/1343

No Dig – Charles Dowding: http://www.charlesdowding.co.uk

Arche Noah: https://www.arche-noah.at

Selfbio: https://www.youtube.com/channel/UC_r9BZ45Cxqs1sJCXJrK_lA

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